Kruukplaetjes

Kruukplaetjes

Ich habe euch etwas aus dem Urlaub mitgebracht: Kruukplaetjes. Dabei war das sogar ein richtiger Zufallsfund, als wir zu Besuch auf einem Ziegenbauernhof waren. Die Kekse lagen ziemlich unscheinbar zwischen Käse und Lakritz und ich dachte nur: Mmmmmh, die sehen aber lecker aus. Und so selbstgemacht… Zack gekauft.

Auf Deutsch bedeutet Kruukplaetjes übrigens ganz einfach Zimtplätzchen. Das habe ich aber erst erfahren, als wir wieder zuhause waren, nachdem ich das erste Kruukplaetje gegessen habe (und dann das zweite und dritte) und dachte: Mist! Die sind ja verdammt lecker! Wie soll ich das die nächsten Monate bis zum nächsten Hollandurlaub aushalten? Da muss sich doch ein Rezept finden lassen …

Jedenfalls haben meine Recherchen dann ergeben, dass dieses Gebäck tatsächlich etwas sehr regionales ist und gar nicht mal so bekannt. Kruukplaetjes sind eine Spezialität auf der Insel Goeree-Overflakkee in der Region Südholland. Also genau genommen nicht aus Zeeland, sondern von der benachbarten Insel darüber.

In der Theorie hörte sich die Zubereitung dann sogar richtig einfach an. Fast schon zu einfach. So einfach war es am Ende natürlich doch nicht. Aber ich glaube nun auch den Grund dafür zu kennen (dazu später mehr).

Die guten Stücke werden übrigens nicht wie bei Plätzchen allgemein so üblich im Backofen zubereitet, sondern der Teig wird in der Pfanne angebraten. Das sorgt wahrscheinlich auch für die besondere Konsistenz.

Zum Glück stand auf der Verpackung eine kurze Zubereitungsbeschreibung, die ich hier auch als Basis verwendet habe.

Kruukplaetjes

Kruukplaetjes – ergibt ca. 40 Stück
Zutaten:

250 g Rohrzucker (oder besser: Basterdsuiker)
1 Prise Salz
1/2 Teelöffel Zimt
500 g Mehl
150 ml Milch
250 g geschmolzene Butter
50 ml Wasser (optional, wenn gewöhnlicher Rohrzucker zum Einsatz kommt)

Kruukplaetjes

Jetzt muss man natürlich wissen, dass es in den Niederlanden einen Zucker gibt, den man bei uns gar nicht bekommt. Dieser nennt sich Basterdsuiker. Ich dachte fälschlicherweise, dass ich Rohrrohrzucker verwenden muss, aber der hat leider nichts mit der niederländischen Zuckersorte gemein. Basterdsuiker enthält im Grunde mehr Wasser als zum Beispiel Kristallzucker und ist damit von der Konsistenz her schon mal ganz anders. Beim nächsten Hollandurlaub kommt der auf jeden Fall unbedingt auf den Einkaufszettel.

Jedenfalls hat das Fehlen dieses Zuckers dazu geführt, dass ich ungefähr eine halbe Stunde den Teig von Hand geknetet habe und mich gewundert habe, dass daraus einfach nichts rollbares wird.

Kleiner Tipp: Ein bisschen Wasser hat´s dann im Endeffekt gerettet und dem Teig die fehlende Flüssigkeit zugeführt.

Übrigens: Hätte ich originalen Basterdsuiker gehabt, wären die Plätzchen am Ende  wahrscheinlich dunkler geworden. Also nicht wundern.

Kruukplaetjes

So geht´s:
  • Mische den Zucker mit Salz und Zimt.
  • Rühre diese Mischung in das Mehl.
  • Füge die Milch und die geschmolzene Butter dazu.
  • Dann knetest du alles zu einem glatten Teig (wenn der Teig zu trocken ist, kannst du optional etwas Wasser untermischen).
  • Forme ca. 5 cm dicke Rollen.
  • Idealerweise stellst du die Rollen dann noch mal für mindestens eine halbe Stunde in den Kühlschrank. Bei mir ließen sie sich danach leichter schneiden, bestimmt geht es aber auch ohne.
  • Von den Rollen schneidest du dann ca. ein- bis eineinhalb dicke Scheiben ab.
  • Die Scheiben brätst du in einer Pfanne bei niedriger Temperatur goldbraun an. Bei mir hat das pro Pfannenfuhre bei mehrmaligem Wenden etwa 10 Minuten gedauert.

Bei mindestens 40 Plätzchen dauert das natürlich eine kleine Weile. Aber du kannst ja auch einfach nur halb so viel machen für den Anfang. 😉

Die abgekühlten Plätzchen kannst du jetzt noch hübsch verpacken und auf geht´s zum nächsten Kaffeedate:

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Passt ja inzwischen auch zum Wetter und zur Jahreszeit. Wobei ich die Plätzchen trotz Bezeichnung und Zimt gar nicht mal so weihnachtlich finde. Es ist eher so ein Hauch davon. Also von Zimt. Nicht von Weihnachten. Für mich gehen die das ganze Jahr.

Ganz viel Spaß beim Backen und Kosten.

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